Neuigkeiten

Eiswein

05.05.2010.

 Eiswein verfügt über einen einzigartigen Geschmack, den man durch die Lese und das Pressen gefrorener Beeren bei einer Temperatur von mindestens -7°C erhält.

Eiswein (oder ice wine) ist ein aromatischer, gelber, bernsteinfarbener Wein mit einem prächtigen Bouquet und einem spezifischen süß-sauren Geschmack, den man traditionellerweise durch die Lese und das Pressen gefrorener Beeren bei einer Temperatur von mindestens -7°C erhält, und der mindestens 127° Oechsle (Zuckergehalt im Most) enthält.

Aufgrund seiner Eigenheiten ist Eiswein ein sehr seltener Wein und gehört zu den Spitzen-Prädikatweinen, die von Trauben ausschließlich empfohlener Sorten stammen, die in besonderen Jahren und unter besonderen Bedingungen reifen, und daher auf spezielle Art und Weise gepflückt und verarbeitet werden, weshalb er sich auch durch eine einzigartige Qualität auszeichnet. Er zählt zu den seltenen Weinen, die man von vollständig reifen oder großteils am Rebstock getrockneten Beeren erhält, die nach der gewöhnlichen Lesezeit gepflückt werden.

Die vom Eis umschlossenen Beeren werden sehr rücksichtsvoll, nur von Hand, am frühen Morgen noch bei Dunkelheit gepflückt, denn es muss alles fertig sein, bevor die ersten Sonnenstrahlen erscheinen.

Da für den Eiswein die klimatischen Bedingungen und nicht die Sorte entscheidend sind, sind für seine Herstellung viele passend. Neben dem Riesling, der eine hinausgezögerte Lese am besten verkraftet, passen für den Eiswein auch die restlichen Sorten, zum Beispiel Traminer, Pinot, Chardonnay und Sauvignon.

Ferner muss bei Prädikatweinen und daher auch beim Eiswein neben den sonstigen Voraussetzungen auch das Jahr ein besonderes sein. Eiswein entsteht nicht jede Saison sondern nur alle drei bis vier Jahre und einer von außergewöhnlicher Qualität nur alle fünf bis zehn Jahre.

Aufgrund der Gewinnungsart und den verständlicherweise geringen Mengen und der Langsamkeit bei der Reife sind auch Eisweine herausragender Qualität sehr teuer. Ihr Preis bewegt sich um die 100 Euro und sie werden ausschließlich auf Versteigerungen verkauft, auf denen sogar jüngere als die üblicherweise 30- und 50-jährigen (Eisweine dürfen sich für ein extrem langes Leben rühmen!) schwindelhafte Preise erreichen. Zum Beispiel erzielte der 1992 erzeugte Eiswein der Sorte Riesling auf einer Versteigerung einen Preis von damals 2600 Deutschen Mark!

Die qualitätvollsten, geschätztesten und daher auch teuersten Weine stammten und stammen auch heute aus Ländern mit hundertjähriger Tradition - Österreich und Deutschland, für die in letzter Zeit, vor allem in den letzten fünfzehn Jahren auch die Neuankömmlinge vom amerikanischen Kontinent - aus Kanada, dem Land mit langen, harten Wintern -  eine ernsthafte Konkurrenz darstellt. Doch ohne Zweifel kommen Qualitäts-Eisweine auch aus Italien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien. Auch in Kroatien wird Eiswein produziert, wobei jener aus den Weinbergen in Slawonien und Međimurje am geschätztesten ist.

Wie der Eiswein entstand

Die Weinrebe gibt es schon seit Millionen von Jahren und die Geschichte des Weins ist tausende Jahre alt. Samen der Weinreben wurden in Sedimenten gefunden, die auf 80 Millionen Jahre vor Christus datiert werden und schon von Anbeginn der Zeiten, zum Beispiel in der Steinzeit, versüßte sich der Mensch mit Trauben das Leben.

Wein wurde auch in den alten Kulturen hergestellt, zum Beispiel in Mesopotamien und im alten Ägypten, in dem, obwohl Bier in Strömen floss, es auch an Wein nicht fehlte. Und im Fernen Osten, in China, wurde ein Getränk gefunden, das nicht nur aus Reis und Honig sondern auch aus dem Zucker der Trauben bestand und ungefähr 9000 Jahre alt ist. Und ungefähr 3000 vor Christus kann man auch schon vom Weinbau sprechen.

Der Weinbau und der Weinhandel blühten auch im alten Griechenland und wurden mit der Geburt Christi und der neuen Ära auch von den alten Römern übernommen. Dank ihnen kam der Wein vor ungefähr 2000 Jahren auch in das Gebiet des heutigen Österreichs und Deutschlands, ein Gebiet mit entscheidender Bedeutung für den besonderen und seltenen Eiswein.

In diesem Gebiet fand der Weinbau von Anfang an unter der Domäne des Klerus und der Klöster statt und schon im 8. Jahrhundert regelte Karl der Große den Anbau von Weinreben, die Verarbeitung der Trauben und den Weinhandel gesetzlich. Auch wenn man nicht mit Sicherheit bestätigen kann, wer mit der Produktion von Eiswein in diesen Gebieten begonnen hat und wann, vermuten manche den Beginn der Eisweinproduktion in Österreich noch im 12. Jahrhundert und in Deutschland erst Ende des 18. Jahrhunderts.

Obwohl es viele lokale Legenden gibt, erwähnt eine von ihnen, dass alles Ende des 18. Jahrhunderts oder noch genauer im Herbst 1794 in einem der zahlreichen Weinberge einer der damals vielzähligen fränkischen Kleinstaaten begann. In diesem Jahr kam der Winter überraschend, viel früher als gewöhnlich, zeigte seine Zähne und gefror alle Trauben dieses Gebietes. Obwohl sie ob der Launen der Natur reichlich verdutzt waren, ließen sich die Bauern unter den neu entstandenen winterlichen Bedingungen nicht von der geplanten Herbstlese abhalten. Sorgsam pflückten Sie die Trauben, pressten sie noch gefroren aus und gingen so in die Geschichte ein, weil sie eine Art und Weise entdeckten, auf die man einen hervorragenden Prädikatwein erhält.

Wie entsteht Eiswein

Eiswein ist ein aromatischer, gelber, bernsteinfarbener Wein mit einem prächtigen Bouquet, den man durch die Lese gefrorener Trauben bei einer Temperatur von mindestens -7°C erhält.

Auch heute stellt man Eiswein auf traditionelle Art und Weise her, die einen langen und sehr riskanten Prozess unter spezifischen Makro- und Mikro-Klimabedingungen umfasst. Die Trauben werden nicht zu der sonstigen Lesezeit gepflückt, sondern bis zum Winter an den Reben belassen, damit die Beeren frieren. Die Trauben müssen die Lese natürlich mit wohl erhaltenen und gesunden Beeren erwarten, eine der Grundvoraussetzungen für Eiswein.

Die Lese der Beeren findet erst dann statt, wenn die Temperatur in ein paar vorhergehenden Tagen unter -7°C lag.  In Kanada gilt die Regel, dass die Beeren mindestens fünf Tage lang bei -8°C gefroren sein müssen und in Österreich und Deutschland werden sie bei einer Temperatur zwischen -8 und -10°C gepflückt, wobei die ideale Temperatur sogar bis auf -15°C geht. Die vom Eis umschlossenen Beeren werden sehr rücksichtsvoll, nur von Hand, am frühen Morgen noch bei Dunkelheit gepflückt, denn es muss alles fertig sein, bevor die ersten Sonnenstrahlen erscheinen.

Die Beeren werden nach der Lese sehr langsam und sehr vorsichtig noch im gefrorenen Zustand gepresst, wobei die Eiskristalle des gefrorenen Wassers in der Presse starr bleiben und nicht in den Most gelangen und langsam, Tropfen um Tropfen, dickflüssig wie Honig, fließt ein starkes Konzentrat heraus, ein süßer Saft, der große Mengen Zucker enthält. Natürlich erhält man aus gefrorenen Beeren eine kleine Menge, aber dafür einen sehr konzentrierten Most.

Aus dem klebrigen, dickflüssigen, aromatischen und süßen Traubensaft, der einen großen Anteil an konzentriertem Zucker, Fruchtsäuren und verschiedenen Fruchtaromen enthält, wird anschließend langsam, ausschließlich auf natürliche Art und Weise, ein besonders aromatischer Eiswein fermentiert. Der Eiswein reift in Flaschen und erreicht seine optimale Reife erst nach drei bis fünf Jahren.