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Französisches Paradox

17.12.2010.

Die Weine mit dem höchsten Resveratrol-Gehalt sind Shiraz, Spätburgunder und Cabernet. Je dunkler der Wein, desto mehr Resveratrol (Polyphenol mit antioxidativen Eigenschaften) sollte enthalten sein.

Der Begriff Französisches Paradox umschreibt die ungewöhnliche Tatsache, dass sich die Franzosen häufig fettreich ernähren und viel rauchen und doch nicht unter Herz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Viel Obst, Olivenöl, Gemüse und die Art zu Essen haben positiven Einfluss auf das "Paradox".

Im Jahre 1990 stellte der amerikanische Journalist Edward Dolnick erstmalig die Ansichten des Prof. Dr. Jaques Richard zur Gesundheit in seiner Zeitschrift vor. Der Artikel entfachte großes Interesse, denn zum ersten Mal wurde die französische und mediterrane Ernährungsweise vorgestellt, die die Gesundheit fördert. Auch dem Rotwein wird dabei eine wichtige Rolle zugesprochen, der in Frankreich traditionell das Mittagessen begleitet.

Ein Jahr später wurde eine Spezialsendung namens "60 minutes" ausgestrahlt, die auf dem Artikel basierte und von 20 Millionen Amerikanern gesehen wurde. Sie zeigte klar auf, wie groß der Einfluss der Nahrung auf die Gesundheit ist und stellte zudem die größten Unterschiede zwischen der Ernährungsweise der Franzosen und der Amerikaner dar.

Danach begannen viele Wissenschaftler, die mediterrane Ernährungsweise in Italien, Griechenland, Kreta und anderen Ländern zu untersuchen.

Was schützt die Franzosen?

 Trotz alledem bleibt die Frage offen: Was genau an der Ernährungsweise schützt die Franzosen? Sind es einfach einige besondere Substanzen im Essen oder ist es etwas anderes?

Es folgten Expertenseminare und internationale Konferenzen, bei denen man Polyphenole, die als Resveratrol identifiziert wurden, entdeckte. Diese in der Haut von blauen Weinbeeren vorkommende Substanz weist starke antioxidative Eigenschaften auf. Zudem schützt sie vor Herzmuskellähmung und verlangsamt die Blutgerinnung.

Schnell wurde klar, dass viel Obst, Olivenöl und Gemüse aber auch die Art, wie man isst, eine wichtige Rolle im "Paradox" spielen. Die Franzosen essen nämlich entspannt (ihr Mittagessen dauert an die zwei Stunden), während die Amerikaner, die unter Stress leben und auch essen, Fast Food und Drive-in-Restaurants erfunden haben.

Genaue Analysen der französischen Ernährungsweise zeigen auf, dass die Franzosen merklich weniger rotes Fleisch, aber mehr Käse essen, der täglich auf ihrem Speiseplan steht.

Frankreich liegt laut Statistiken hinsichtlich Herz- und Gefäßkrankheiten weit hinter den USA. Innerhalb von Frankreich selbst gibt es aber auch Schwankungen. Das als Weinanbaugebiet bekannte Burgund hat z.B. eine niedrige durch Herzkrankheiten bedingte Sterberate. In der Region wird mehr Tee als Kaffee getrunken, wozu weitere gute Essgewohnheiten kommen.

Alles in allem halten sich die Franzosen nicht von fettem Essen zurück (Käse enthält durchschnittlich mehr als 30 % Butterfett), was jedoch keinen negativen Einfluss auf sie hat. Der Durchschnitts-Amerikaner hingegen vermeidet Fett und nimmt trotzdem zu. Mehr als 50 Prozent der Nation ist fettleibig.

Resveratrol

Französisches Paradox steht für die ungewöhnliche Tatsache, dass die Franzosen fett essen und rauchen können und trotzdem nicht unter Herzkrankheiten leiden.

Bei Diskussionen über die möglichen Ursachen des Französischen Paradoxes stand Resveratrol im Mittelpunkt der Forschung. Neueste Gewebeuntersuchungen zeigten auf, dass diese Substanz den Herzmuskel vor einem plötzlichen Herzanfall bei Herz-Gefäß-Krankheiten schützen kann.

Resveratrol beugt (begrenzt) Herzfibrose vor, die oft zum Tod führt, und schützt vor den dazugehörigen Folgen. Herzfibrose wird durch Bluthochdruck begünstigt und besteht in der schnellen Aktivierung von Fibroblasten, die Kollagen abbauen - eine Substanz, die mit der Zeit eine Verdickung des Herzmuskels herbeiführt.

Diese wichtigen Studien wurden an der Northeastern Ohio Univesities College of Medicine unter der Leitung von Prof. Dr. Gary Meszaros durchgeführt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im American Journal of Physiology Heart and Circulatory Physiology. Slušajte

Resveratrol ist in Rotwein enthalten und entsteht dort aufgrund eines Abwehrmechanismus vor Schimmelpilzbefall. Daher unterliegt es recht hohen Schwankungen. Einige Weine weisen kaum Resveratrol auf. Ein trockenes Jahr bedeutet keinen Schimmelpilzbefall und kein Resveratrol, zumindest nicht in großen Mengen, während sich in feuchten Jahren sowohl Schimmelpilze als auch Resveratrol bilden.

Zu den Weinen mit dem höchsten Resveratrol-Gehalt zählen Shiraz, Spätburgunder und Cabernet Sauvignon.

Rotwein aus bestimmten Arten von Weinreben enthält mehr Resveratrol, und Rotwein aus anderen Arten enthält wiederum weniger - wobei Resveratrol selbst instabil ist und unter Einfluss von Luft schnell seine Wirkung verliert.

Je dunkler (dichter) der Wein ist, desto mehr Resveratrol sollte enthalten sein, obwohl dies nicht immer zutrifft. Analysen von Resveratrol in Rotwein sind kostspielig, weshalb Weine noch immer keine Inhaltsangaben enthalten.

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