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AM WEIHNACHTSFEST ZU TISCH

21.12.2011.

 Egal, ob wir unsere Lieblingsfeiertage Weihnachten, Christmas, Noel oder Navidad Vanoce nennen ­- überall wird es auf die schönste Art und Weise gefeiert, indem wir uns einander vergeben, Geschenke austauschen und mit den Menschen an einem Tisch feiern, die wir lieben. Am Weihnachtstag, dem 25. Dezember oder 7. Januar, versammeln sich die Familien am festlich gedeckten Tisch, wo die besten Gerichte serviert werden und von welchen viele nach abgewandelten alten Rezepten zubereitet sind.

Interessant ist, dass viele herzhafte, festliche Gerichte, egal ob sie aus den Rezepten unserer Großmutter stammen oder ob sie auf kulinarischen Internetseiten gefunden wurden, mit Vegeta verfeinert sind, der beliebten Gewürzmischung, die auf keiner Liste für Feiertagsgerichte fehlen darf.

Traditionelle Weihnachtsmenüs gehen natürlich mit vielen schönen und interessanten Weihnachtsbräuchen einher, die aus ebenso alten Zeiten stammen.

In einigen Teilen Kroatiens wurde beispielsweise der alte Weihnachtsbrauch aufrecht erhalten, das festliche Abendmahl mit dem Auslöschen einer Kerze mit einem Stück Brot zu beginnen, das in Wein getaucht wurde und vom Gastgeber mit jedem am Tisch geteilt wird. Das Menü besteht aus gebratenem Geflügel, meistens Truthahn mit "Mlinci" (in kleine Stücke gerissener Nudelteig), ganz wie früher (nach altem Glauben scharrt Geflügel die Erde nach hinten, das heißt symbolisch gehen alle schlechten Dinge in die Vergangenheit und gehören dort hin). In Serbien findet man neben den nicht wegzudenkenden "Paprikaš" und Kohlrouladen auf dem reich gedeckten Weihnachtstisch auch "česnica", einen Weihnachtskuchen nach uraltem Rezept aus hauchdünnem Teig und einer Füllung, in die eine Silbermünze gelegt wird, und Weihnachtsbrot, das reich mit Hefefiguren verziert wird. Das beliebteste Ofengericht in Slowenien ist Truthahn, der oft mit Esskastanien gefüllt wird und mit gedämpftem Rotkohl, Äpfeln oder Pflaumen und süßen Preiselbeeren serviert wird. Auf dem Tisch dürfen auch nicht "Potica", ein Kuchen aus Blätterteig, gefüllt mit Mohn, Walnüssen und Buchweizenbrei, und "čvarci" (Schweinerinde) fehlen. In Russland ist es hingegen üblich, dass der Weihnachtstisch mit zwölf Gerichten gedeckt wird (ein Gericht für jeden Apostel). Die beliebtesten Weihnachtsgerichte der Russen sind Fisch in Aspik, mit Buchweizenbrei gefüllter Schweinebraten, Hähnchen oder Ente mit gebratenen Äpfeln, Lamm- oder Kaninchenbraten, Schinken, Würstchen und Pasteten. Nicht zu vergessen sind "Blini", Eierkuchen aus Hefeteig, und "Piroggen", gefüllte Teigtaschen. In der Tschechischen Republik muss eine gerade Anzahl von Personen am Tisch sitzen, sonst wird derjenige, der "zu viel" ist, das nächste Weihnachtsfest nicht mehr erleben. Das traditionelle Weihnachtsmenü der Tschechen besteht aus Fischsuppe, Karpfen (auf hunderte Arten zubereitet), Kartoffelsalaten und Gerichten aus Pilzen und Sauerkraut sowie Apfelstrudel und Weihnachtsbrot, das so beliebt ist, dass man es das ganze Jahr über kaufen kann. Auf der Speisekarte in Polen müssen Gerichte aus Wald, Feld, Garten und Wasser stehen; daher enthält es Fisch, meistens Karpfen oder Hering, Suppen (zum Beispiel Rote-Bete- und Mandelsuppe), Beilagen (saure Gerichte mit Pilzen), Desserts und Gebäck. Ein Platz am Tisch bleibt leer, der auf einen unverhofften Gast wartet. Das Abendessen beginnt damit, dass ein Stück einer dünnen und feinen Waffel zerbrochen und geteilt wird, was Liebe und Harmonie symbolisiert. In Spanien schenkt man Kindern Weihnachtsgeschenke der Heiligen Drei Könige. Das spanische Weihnachtsmenü bietet erstklassige Gerichte mit Meeresfrüchten, Fisch und Lamm, gefülltem Truthahn und Desserts, wie das "Turrón", einer klebrigen Süßigkeit aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiweiß. In einigen Teilen Frankreichs stellen die Kinder am Heiligabend ihre Stiefel auf das Fensterbrett. Auf ihrem Weihnachtstisch findet man einen traditionellen "Bûche de Noël", mit Esskastanien und Leber gefüllte Gans, Gänseleberpastete sowie Fischgerichte und Krustentiere. Unvorstellbar wäre eine Weihnachtsfeier in England ohne einen mit Brot und Hackfleisch oder Äpfeln und Pflaumen gefüllten Truthahn und traditionellen Pudding (Pflaumenpudding) mit Dörrobst und Gewürzen, der ganze drei Wochen vor Weihnachten zubereitet wird. Im Truthahn ist eine Münze versteckt, die demjenigen Glück und Gesundheit bringt, der in sie hinein beißt. Deutschland ist das Heimatland des Adventskalenders und des Weihnachtskranzes, der geschmückten Bäume und Scheunen. Der deutsche Weihnachtstisch wird mit gebratenem Fleisch, Gans oder Karpfen mit verschiedenen Beilagen und Salaten und verschiedenen Kuchen und Gebäck gedeckt, wie dem traditionellen "Stollen" mit Trockenfrüchten. Und auf der festlichen Tafel in Italien findet man schließlich gebratenes Geflügel, Schweinefleisch, Lamm oder Wild und traditionelle Weihnachtskuchen wie Napfkuchen mit getrockneten Früchten ("Panettone"), Kekse in Schlangenform ("il Serpente") oder kleine Mini-Krapfen mit Zucker bestreut ("Struffoli") als Dessert.

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