
Slowenien
Authentizität und Natürlichkeit sind neben eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit unbedeutendem Industrieanteil Auszeichnungen der slowenischen Küche.
Geographische Lage
Die Lage Sloweniens an der Schnittstelle der alpinen, mediterranen und pannonischen Kultur ist Grundlage einer reichen und vielfältigen
Küche. Mit Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien als Nachbarn hat Slowenien eine Fläche von 20 273 km2, wovon fast die Hälfte mit Wald bedeckt ist. Laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2006 hat es 2 010 347 Einwohner. Auf dieser kleinen Fläche verstecken sich viele Verschiedenheiten, die sich auch im Bodenbestand, in der Temperatur, Feuchtigkeit, in den Winden und anderen natürlichen Ressourcen
widerspiegeln.
Authentizität und Natürlichkeit sind Merkmale der traditionellen slowenischen Küche: Zganci (Brei aus Maisgrieß), Palente, Würstchen aus Kran, Fladenbrot, geräucherter Schinken aus der Karstregion, Žlikrofi (gefüllte Teigtaschen)...
Die geographische Lage und die sozial-historische Entwicklung haben auch spezifische kulturelle Formen und Lebensstile auf dem kleinen Gebiet der Republik Slowenien mitgebracht. All dies hat Spuren in seiner Gastronomie hinterlassen - alte Rezepte, neue Einflüsse, nationale landwirtschaftliche Erzeugnisse, die mit sehr geringem Industrieanteil hergestellt werden.
Historische Einflüsse
Die Vorfahren der heutigen Slowenen haben das Gebiet Sloweniens schon im 6. Jahrhundert besiedelt, und seit diesem Zeitpunkt
ist es durch zahlreiche stürmische geschichtliche Ereignisse gegangen. Die stärksten Einflüsse sind die des Römischen Reiches, der Republik Venedig, des Österreich-Ungarisches Kaisertums und des ehemaligen Jugoslawien. Seine Unabhängigkeit
hat Slowenien im Jahre 1991 erlangt.
In der jüngeren Geschichte ist das bedeutendste Ereignis der EU-Beitritt, der sich auch auf seine Küche auswirkt, die immer offener wird, immer mehr Einflüssen ausgesetzt ist, aber die aufgrund ihrer bisherigen Bewahrtheit und ihres starken Bewusstseins sowie in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, als auch in anderen Ländern immer beliebter wird.
Charakteristiken der Küche
Es kann schwer über eine einheitliche slowenische Küche gesprochen werden, denn, auch wenn sie sehr unkompliziert ist, so haben geographische Unterschiede, natürliche Ressourcen
und seine zahlreichen Nachbarn (Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien) doch Auswirkungen
auf sie. So wird in der slowenischen Alpenregion nicht so gegessen wie im mediterranen Gebiet Sloweniens. "Die leckeren Gerichte" der slowenischen Küche reichen von raffinierten mediterranen Gerichten, Fischspezialitäten, getrockneten Fleischspezialitäten aus der Karstregion, äußerst gesundem Buchweizen- und Maismehlbrei, Polente, Potize (Kuchen mit Nussfüllung), Strukli (gekochte oder gebackene Teigware mit Käse) bis hin zur berühmten Prekmurska gibanica (strudelähnlicher Kuchen gefüllt mit Quark, Mohn und Äpfeln). Weit und breit bekannt ist der geräucherte Schinken aus dem Karst, der zur Spitze des slowenischen kulinarischen Angebots gehört. Die Slow Food Bewegung erlebte in Slowenien im Jahre 1995 ihren Durchbruch und findet hervorragende Resourcen in ihr.
Neben nationalen Gasthäusern "Gostilne" und Restaurants bietet Slowenien immer häufiger eine Auswahl an internationalen Küchen an. Außerdem essen immer mehr Slowenen aufgrund ihres langen Aufenthalts am Arbeitsplatz, des schnellen Lebenstempos und akzeptabler Preise in Restaurants nicht mehr daheim. Aber uns interessiert die typische slowenische Küche, deshalb greifen wir, um Informationen über sie zu bekommen, in die traditionelle Küche, größere und kleinere ländliche Gebiete, wo noch immer der eine oder andere Haushalt vorgefunden werden kann, in dem gegessen wird "wie es unsere Vorfahren getan haben".
Traditionelle Küche
Authentizität und Natürlichkeit sind zwei Attribute, die die traditionelle slowenische Küche auszeichnen. Zganci (Buchweizenklöße), Polenta, Würstchen aus Kranj, Fladenbrot, geräucherter Schinken aus der Karstregion, Žlikrofi (gefüllte Teigtaschen), Sauerkraut und Rüben, Gerichte aus Buchweizen und Pilzen müssen nicht weiter beschrieben werden. Oder doch?
Spezialitäten:
- Polenta war im Küstenland und in der Karstregion einst ein Ersatz für Brot. In Ljubljana strich man während des zweiten Weltkrieges Marmelade auf Polentascheiben. Neben der Polenta aus Maismehl ist auch die aus Buchweizen und die Weißpolenta beliebt, und sie ist am köstlichsten, wenn wir Schichtkäse, Obst, Käse dazufügen oder mit Zimt bestreuen.
- Einheimische Zganci werden aus dem Mischen von Mehl in heißem, gesalzenem Wasser gewonnen. Das Rezept, das für niemanden mehr ein Geheimnis darstellt, hat sich Jahrhunderte lang nicht verändert.
- Die bekannten Idriažlikrofi sind Teigwaren gefüllt mit Kartoffeln, Fleisch und Eiern. In Niederkärnten werden die Žlikrofi aus Buchweizen mit Obst gefüllt.
- Typische slowenische Gemüsesorten sind Sauerkraut und Rüben (beispielsweise gekochte Rüben mit Hirsebrei).
- Fleischprodukte: Blutwurst, Bratwurst, Würstchen, Speck, Grammel, Schinken und erstklassiger geräucherter Schinken aus der Karstregion.
- Geflügel: Gans, Ente, Truthahn, Hahn, Huhn waren traditionelle "Gerichte zum Martinstag".
- Fisch und Meeresfrüchte: Kabeljau, Forelle, Aal, Calamares, Tintenfisch, Scampi...
- Hülsenfrüchte: Bohnen, Erbsen, Saubohnen, Linsen, Kichererbsen...
- Gerichte mit Kartoffeln, beispielsweise Kartoffelhälften mit Butter, Sauerrahm oder Salat.
- Brei: Hirsebrei, Gerstenbrei (Ričet – Gerstenbrei mit Trockenfleisch) und Buchweizenbrei.
- Jota (Bohnen, Sauerkraut, Kartoffeln).
Suppen sind in der slowenischen Küche unumgehbar. Hervorragend ist die Suppe aus Pilzen und Brotkruste, Suppe aus Funguspilzen. Die etwas klassischeren
Sorten sind Hühnersuppe, Rindersuppe, Kartoffelsuppe...
- Traditionelle Gewürze der slowenischen Küche sind Majoran, Quendel, Melisse, Salbei, Thymian, Lorbeer. Unter die "nationalen" Gewürze haben sich auch Zimt und Pfeffer gemischt.
- Süßspeisen: Honigkuchen, und, wie in unseren Gebieten, die berühmten Cremeschnitten aus Bled, Grmade, Strukli (gekochte oder gebackene gefüllte Teigware) und Potice, die mit Walnüssen, Haselnüssen, Johannisbrot, Mohn, Schnittkäse, Rosinen und Trockenobst gefüllt werden. Von den Topfenstrudeln heben sich die Prekmurska gibanica (Schnittkäse, Mohn, Nüsse, Äpfel, Rosinen und andere Bestandteile) hervor, die eine ewige Naschquelle darstellt, aber auch eine Kaloriebombe ist.
- Die typischsten und bekanntesten Weine sind: Malvasier und Teran sind für die Küstengebiete charakteristisch, Cviček, Metliška Črnina (aus dem Gebiet Bela Krajina), Renski Riesling und Traminec, Modra Frankinja, Sauvignon, Radgonska Penina...
Moderne slowenische Küche
Die moderne slowenische Küche hat trotz der Einflüsse zahlreicher bekannter europäischer Küchen die eigene Identität bewahrt, aber unter diesen Einflüssen seine Horizonte erweitert.
Slowenien bietet neben nationalen Gasthäusern"Gostilne" und Restaurants immer mehr internationale Küchen an.
Zahlreiche Brotvariationen ("Pirinog", vollwertiges, halbweißes, schwarzes Weizenbrot, Roggenbrot, Maisbrot, Johannisbrot, mit Körnen, ohne Gluten, Obstbrot...), mediterrane Gerichte, Fisch, Pilze, Waldfrüchte, Strukli, Potice, Gibanice, Gnocci, Teiggerichte, Schnitzel, Gulasch, aber auch Carpaccia, Schnecken, Spezialitäten mit Pferdefleisch, Frösche, Wildfleisch..... sind Bestandteile der slowenischen neuen Küche geworden.
Spezifisch für Slowenien ist auch die Tatsache, dass immer mehr ökologische Bauernhöfe und Erzeugnisse auftreten "integrierte Pridelave", bzw. Erträge durch agrotechnische Maßnahmen im Einklang mit wirtschaftlichen, toxikologischen Einflüssen und Einflüssen der Umgebung.
Ljubljana
Ljubljana ist eine Gastronomiewelt im Kleinen. Von renommierten Restaurants bis hin zu nationalen Gostilni, Burek (gefüllter Blätterteig), Kebab, Čevapčići, Pljeskavica (Hackbouletten), Pizza, Čompa, aber auch türkische, serbische, bosnische, dalmatinische, istrische, spanische, japanische, mexikanische, chinesische, argentinische, afrikanische Restaurants und bekannte Konditoreien (Kavarna und Slaščičarna Zvezda, Rustika...). In Ljubljana wird jeder ein Gericht nach seinem Geschmack finden.
Reisetipps (must do)
- Etwas Warmes, Gekochtes und Nationales essen in einem typischen slowenischen "Gostilni".
etwas Exotisches in zahlreichen internationalen Restaurants
kosten.
- Nach einem Gläschen oder zwei mit dem Taxi fahren, was fast für jeden Geldbeutel erschwinglich ist.
- Den fröhlichen "Dezember erleben " und auf die Feiertagsstimmung der romantisch geschmückten Stadt Ljubljana achten.
- Den Ökomarkt in Ljubljana besuchen und natürlich etwas von dort mitbringen.
- Sonntags den Bolšji sejem - Antiquitätenmarkt (in Cankarjevo nabrežje) und samstags morgens die Spielrunden für Kinder im Stadtzentrum besuchen.
- Die Altstadt in Ljubljana besuchen (bald auch mit einer Seilbahn mit angekündigtem Preis von 2 € für Hin- und Rückfahrt).
- LIFF und andere Film-, Musik und Kulturveranstaltungen besuchen.
- Auf Triglav steigen.
- Auf Bled eine Cremeschnitte essen und im noch schöneren Bohinje spazieren gehen
- Übernachten in Celica in Ljubljana – neues Hostel, das von Lonely planet im Jahre 2006 zum "hippest" Hostel in der Welt ausgezeichnet wurde.
Autor der Bilder: Mr Jez
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