
Indien
Jede Region trägt mit ihren Besonderheiten der entwickelten kulinarischen Tradition bei, und man sagt, das Geheimnis liege im Reichtum an Gewürzen und Pflanzen.
Geographische Lage
Die Republik Indien befindet sich in Südasien und umfasst den größten Teil des indischen Subkontinents. Indien grenzt an Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Myanmar, und im Süden im Indischen Ozean an Sri Lanka und die Malediven. Die größten Städte sind Mumbai im Südwesten und Calcutta am Fluss Ganges.
Jede Region trägt mit ihren Besonderheiten der entwickelten kulinarischen Tradition bei, und Kenner sagen, dass das Geheimnis im Reichtum an Gewürzen und Pflanzen liegt.
Indien ist ein Land mit großen Variationen und Verschiedenartigkeiten, angefangen von dem großartigen Himalaya im Norden, über den eigenartigen “heiligen Fluss” Ganges, der dürren Wüste Rajasthan, Punjab (Land der fünf Flüsse) bis hin zum luxuriösen Gebiet mit vielen grünen Pflanzen Kerala. Wie auch über verschiedene Landschaftsbilder verfügt Indien über verschiedene Klimaregionen, aber auch verschiedene Religionen, Rassen und Sprachen.
Historische Einflüsse
Die Verschiedenartigkeit der indischen Küche ist ein Resultat ihrer Einwohner und historischer Einflüsse. Jahrhunderte lang wurde mit jeder Immigrantenwelle, mit jeder Ankunft von Händlern und Eroberern eine neue kulinarische Praxis aufgedrängt, die sich mit der Zeit in die indische Küche, wie wir sie heute kennen, assimiliert hat.
Einen dominanten Einfluss auf die indische Küche haben arabische und chinesische Händler, sowie persische, mongolische, türkische, englische und portugiesische Eroberer hinterlassen.
Charakteristiken der Küche
Indien ist ein Land der Extreme, das wegen seiner Größe und Unüberschaubarkeit fasziniert. Das Einzige, was in Bezug auf Indien vorhergesagt werden kann, ist, dass dieses Land Sie nicht gleichgültig lassen wird. Dasselbe gilt auch für die indische Küche, deren Tradition 3 000 Jahre alt ist. Das Zeitvergehen, neue Religionen und Ideen, Einflüsse der Immigranten und Eroberer, neue Lebensmittel und Produkte haben mit bewundernswerten Kontrasten resultiert, die auch für die indische Halbinsel spezifisch sind.
Einen dominanten Einfluss auf die indische Küche haben arabische und chinesische Händler, sowie persische, mongolische, türkische, englische und portugiesische Eroberer hinterlassen.
Indien, das sich von den schneereichen Bergen im Kaschmir, dem grünen Landschaftsbild im südlichen Teil Keralas, der trockenen Wüste Rajasthan im Westen, bis hin zur Sumpfregion an der burmesischen Grenze erstreckt, stellt eine enorme Mannigfaltigkeit in Hinsicht auf klimatische und natürliche Einflüsse dar. Jede Region trägt mit ihren Besonderheiten der entwickelten kulinarischen Tradition bei, und Kenner sagen, dass das Geheimnis im Reichtum an Gewürzen und Pflanzen liegt.
Die Gewürze in Indien erfrischen, erwärmen, haben aber auch nützliche Auswirkungen auf den Organismus. Schon seit 3 000 vor Christus wurden Kurkuma, Kardamom, Pfeffer und Senf verwendet. Irgendwann im gleichen Zeitraum hat sich Reis entlang des Flusses Ganges eingehaust, und heute ist Indien ein Land, das zwei große Weltreligionen mit Reis ernährt, den Hinduismus und Buddhismus.
Trotz der Unterschiede haben alle indische Küchen eins gemeinsam. Die Basis der indischen Küche sind Getreidepflanzen - Reis, Weizen, Mais oder Hirse, je nach Religion, die gemeinsam mit Linsen oder Bohnen (Dal), Gemüse, aromatischen Marinaden und Chutney gegessen werden. Dem können Fleischgerichte, Geflügelgerichte, Fisch, Yoghurt und Kokos hinzugefügt werden. Allgemein gesprochen ist Reis das Hauptlebensmittel des Nordens, während Gujarat und Rajasthan von Hirse und Mais abhängen.
Kulinarische Besonderheiten
Im extremen Norden liegt das märchenhafte Land Kaschmir. Das Tal des Kaschmir, umgeben von den Himalayas, ist ein Waldgebiet voll mit Seen, Bäumen und Gärten sowie das Zuhause der Bergantilope, von deren Wolle die berühmten Schals hergestellt werden. Dort blühen Mandelblüten im März Chinar im April, der Mai schenkt Erdbeeren und Kirschen, der Juni Marillen, während es Granatäpfel und Birnen im August gibt.
Im Himalaya verankert, lehnt sich Kaschmir in der landwirtschaftlichen Produktion an das Tal Srinigar. Die Nahrung in Kaschmir charakterisiert das subtile Mischen von Gewürzen, vor allem Safran, und die Benutzung von Asafoetid, ein Harz, das Aroma verleiht und die Verdauung fördert.
Die bekanntesten Spezialitäten sind Lammfleisch, mariniert in Yoghurt, Schafsfleisch, in Milch gekocht und mit Muskatnüssen aromatisiert, das reiche Fleischcurry und der berühmte Goshtaba oder gekochte Fleischlaib. Hochzeiten in Kaschmir sind nicht vollständig ohne Mishani oder einem 7-Gang-Menü aus Lammfleisch. Eine große Auswahl an Brot mit oder ohne Hefe ist ein unumgänglicher Bestandteil der Mahlzeit in Kaschmir.
Die Ebene des Ganges im mittleren und östlichen Gebiet Indiens ist ein Gürtel, wo die Hauptbestandteile der Ernährung Reis und Getreidepflanzen darstellen, auch wenn in einigen Teilen Mais und Hirse konsumiert werden. Eine normale Mahlzeit in dieser Region besteht aus viel Reis, Gemüse, das mit Gewürzen angebraten wird, Dala, ungesäuertes Brot, vollfetthaltigem Yoghurt und einem Milchdessert. Chutney und Marinaden werden gewöhnlich den Gerichten beigefügt, während Obst je nach Saison konsumiert wird. Chutney ist eine aromatisch, süß-saure Soße der indischen Küche. Sie hat eine breiähnliches Aussehen und besteht aus Obst- und Gemüsestückchen. Das süß-saure Aroma wird mit dem Zusatz von Zucker und Zitronensaft oder Essig erreicht.
In Chutney kann auch Salz, Pfeffer, Koriander, orientalischer Kümmel und Kurkuma hinzugefügt werden, und nicht überflüssig ist auch frischer Ingwer. Chutney wird wie Marmelade gekocht und dient als Zutat für Gerichte mit Curry, damit stark gewürzte Gerichte ein zusätzliches Aroma bekommen.
Fleisch und Fisch werden hauptsächlich von der höheren Mittelklasse konsumiert und gehören nicht zum üblichen Bestandteil der Ernährung, außer im Osten und Nordosten.
Der Osten ist mit dem Bangladeschkanal, seinen Seen und Flüssen das Gebiet mit der größten Fischkonsumation. Der östliche Gürtel Indiens mit seiner fruchtbaren Erde ist auch die Region mit dem größten Reisanbau.
In Bengal gibt es zwei verschiedene Küchentypen. Das östliche Bengal präferiert Fisch aus größeren Flüssen, während im Westen Calcutta seine Nahrung aus den Seen und Flussfjords schöpft. Hilsa, ein Fisch aus der Familie des Herings, ist trotz seiner zahlreichen Anzahl an winzigen Greten der beliebteste Fisch dieser Region. Bengal ist bekannt für seine Konsumation des Ackersenfs und der Moonkörner. Der bräunliche Ackersenf oder Senf wird nicht nur als Gewürz verwendet, sondern aus ihm wird auch ein Öl gewonnen, welches die Küche Bengals aromatisiert.
Bengal ist der einzige Ort in Indien, wo die Nahrung in einer Reihenfolge serviert wird, nach einer Chronologie, die auf Überzeugungen in Verbindung mit der Hilfe zur Verdauung durch die Zugabe von Digestifs beruht. Bittere Blätter und Kürbis werden zuerst serviert, gefolgt von Reis, Dal, Chutney und überall anwesendem Fisch. Die Vegetarier in Bengal lehnen Fleisch ab, essen jedoch Fisch und Krebse. Mishti Doi, versüßter Yoghurt in einer Tonschale, gehört zu den Köstlichkeiten in Bangal, die zum Abschluss der Mahlzeit serviert werden, für gewöhnlich gemeinsam mit einem anderen Milchdessert.
Die Erde in Südindien besteht aus starrer, metallhaltiger Lava, die über 50 Millionen Jahre oder noch älter ist. Bekannt ist, dass Reis in dieser Region seit 500 vor Christus angebaut wird und als effizientes Bewässerungsmittel dient. Die Nahrung ist Teil der traditionellen Weltanschauung des Südens, und die Inder sitzen hier noch immer mit überkreuzten Beinen auf der Bodendecke und essen aus einem rostfreien Stahlteller (Thali) oder aus einem Bananenblatt. Reis, gekocht oder in Form von papierdünnen Reisbällchen, bekannt als Dossay oder Idli, wird im Überfluss gegessen. Sowohl bei Dossay als auch bei Idli wird der Reis in Wasser eingeweicht. Diese zwei Gerichte werden mit verschiedenen Gewürzen, verschiedenem Gemüse und leichtem Dal, Gewürzmischung bekannt als Sambar,gegessen. In Karntaka, im zentralen Südsaat, werden Mandigo angebaut, die auf leichtem Feuer in einem erwärmten Keramikgefäß gekocht werden und mit Lebensmitteln wie Zucker, gemahlenem Kardamom und Kokosstückchen übergossen werden. Die elementare Mahlzeit besteht aus Gemüse mit dem allgemein beliebten Dosay, Idli oder gekochtem Reis.
Auberginen sind im Süden das Lieblingsgemüse. Der genauso beliebte, bittere Kürbis wird gesalzen und vor dem Rösten im Öl oder Kochen im Rohrzuckersirup mit zahlreichen Gewürzen gefüllt (Jaggery), die jeglichen bitteren Beigeschmack entfernen.
Balaka wird aus roter Chillipaprika, die in gesalzenes Wasser eingetaucht wird, zubereitet, aus getrockneter oder in Öl gerösteter, damit sie knusprig wird. Papad oder Poppadum, papierdünne Weizen-, Reis-, oder Linsenbällchen, werden geröstet und zu Gerichten gegessen.
Tipp: Wenn Sie von den oben genannten Köstlichkeiten kosten wollen, suchen Sie sich ein Restaurant aus, wo indische Gerichte auf die traditionelle Weise serviert werden – wo ihnen das ganze Essen gleichzeitig auf den Tisch gebracht wird, einschließlich Dessert.
Reisetipps
- Während des Aufenthaltes in Indien beleidigen Sie keine Kuh. Diese Milchgeberin ist in Indien ein heiliges Tier.
- Besuchen Sie Indien zwischen November und Mitte Februar.
- Die Saison der attraktiven indischen Trauungen ist zwischen November und März.
- Indien ist gekennzeichnet durch drei Witterungsverhältnisse - heiß, nass (Monsun) und kalt.
- Indien zählt ca. 1 Milliarde Einwohner.
- Außer den Gewürzen als Hauptbestandteil der Nahrung wird in Indien auch Käse gegessen.
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